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Energieaudit EN 16247

Energieaudit Österreich

Das Energieeffizienzgesetz – was Sie darüber wissen sollten

Das Ziel der EU ist die 20%ige Energieeinsparung, die 20%ige Steigerung der Energieeffizienz sowie die Steigerung erneuerbarer Energien um 20%. Die nationale Umsetzung der Energieeffizienz-richtlinie 2012/27/EU der Europäischen Union erfolgte durch das nationale Energieeffizienzgesetz, welches mit 1. Jänner 2015 in Kraft trat.

Das Energieeffizienzgesetz (kurz: EEffG) beinhaltet eine Vielzahl an Energieeinsparungsverpflichtungen und deren Maßnahmen in Österreich. Im Speziellen werden große energieverbrauchende Unternehmen zum Handeln verpflichtet.

Um als großes energieverbrauchendes Unternehmen im Sinne des EEffG zu gelten sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • entweder wird die Mitarbeiteranzahl von zumindest 250 erreicht, dann sind der Umsatz und die Bilanz­summe nicht relevant,
  • oder es werden der Umsatz von 50 Mio. Euro und die Bilanzsumme von 43 Mio. Euro überschritten, dann ist die Mitarbeiteranzahl nicht relevant.

Bei Firmenbeteiligungen gilt:

Übersteigt die Eigentumsstruktur 50%, wird die gesamte Unter­nehmensgruppe betrachtet. Alle in Österreich ansässigen Unter­nehmen werden auf die Mitarbeiteranzahl, den Umsatz und die Bilanzsumme hin geprüft und als ein großes Unternehmen laut Energie­effizienz­gesetz behandelt.

Für große energie­verbrauchende Unter­nehmen sind die Durch­führung eines erstmaligen Energie­audits gemäß EN 16247 und die anschließende Meldung an die Monitoring­stelle bis 30. November 2015 gesetzlich vorgeschrieben. Ein weiteres Energie­audit muss zumindest alle 4 Jahre wiederholt werden.

Kleine und mittlere Unter­nehmen können nach Möglichkeit Energie­beratungen zumindest alle 4 Jahre durchführen und die Daten an die Monitoring­stelle melden lassen.

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Alternativ sieht das Gesetz für große Unter­nehmen vor, ein zertifi­ziertes Energie­management­system gemäß ISO 50001 bis spätestens 30. November 2015 im Unter­nehmen zu implementieren.

ACHTUNG: Die gesetzliche Frist zur Meldung, ob ein zertifi­ziertes Energie­management­system gemäß ISO 50001 eingeführt werden soll, ist am 31. Jänner 2015 abgelaufen. Ist dies nicht erfolgt, muss erstmalig ein externes Energieaudit gemäß EN 16247 bis 30. November 2015 durchgeführt werden.

Hat das verpflichtete, große Unternehmen bereits ein zertifi­ziertes Management­system oder ein zertifi­ziertes Umwelt­management im Unternehmen eingeführt, sollte geprüft werden, ob dieses zertifi­zierte Managementsystem alternativ zu einem zertifi­zierten Energie­management­system gemäß ISO 50001 zur Erfüllung der gesetz­lichen Verpflichtung ausreicht oder ob dieses möglicher­weise erweitert werden kann.

Noch eins: beim Betrieb eines zertifi­zierten Management­systems entfällt die Verpflichtung zur Durchführung eines Energie­audits dennoch nicht. Wird oder wurde ein zertifi­ziertes, gesetzes­konformes Management­system eingeführt, besteht lediglich die Option ein ver­pflichtendes Audit auch intern durchführen zu dürfen.

Für interne Energie­auditoren gelten laut Energie­effizienz­gesetz dieselben Qualifikationen, wie für externe Energieauditoren. Die Listung eines internen Energieauditors bei der Monitoringstelle entfällt. Die Aufrecht­erhaltung der Qualifikation eines internen Energie­auditors setzt den Nach­weis laufender Fort­bildungen voraus.

Der Vorteil eines zertifi­zierten Energie­management­systems, das mittels physisch verbauter Sensoren in technischen Anlagen­teilen vernetzt werden kann, liegt in der laufenden Energie­ver­brauchs­über­wachung im gesamten Unter­nehmen.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass es für 10% der verpflichteten großen Unternehmen durch die Einführung eines zertifi­zierten Energie­management­systems gemäß ISO 50001 zu wesentlichen Marktvorteilen kommen wird. Dadurch werden sich für diese Betriebe die Kosten für die Einführung, zuzüglich der laufenden jährlichen Kosten, die der Betrieb eines zertifi­zierten Energie­management gemäß ISO 50001 mit sich bringt, voraus­sichtlich rasch amortisieren.

Energie­management­systeme sind im Besonderen in Produktions­betrieben, die hohe Energie­ver­bräuche aufweisen, von großem Nutzen. In produ­zierenden Unter­nehmen kann somit laufend der Energie­verbrauch kontrolliert und durch gezielte Energie­ein­sparungs­maß­nahmen auf den Energie­kosten­druck umgehend reagiert werden. Zusätzlich kann der Energie­ver­brauchs­fluss bis auf die kleinste definierte Einheit zurück­geführt werden. Dieses kosten­intensive Management­werkzeug wird in der Industrie zukünftig sicherlich zur Stärkung der Markt­position des Unter­nehmens führen.

Für nicht-produzierende Unternehmen werden voraus­sichtlich die Kosten, die ein zertifi­ziertes Energie­management­system gemäß ISO 50001 verursacht, den Nutzen nicht übersteigen können. Folglich ergibt sich, dass für diese nicht-produzierenden großen Unter­nehmen das Energie­audit gemäß EN 16247 die bessere Wahl sein wird.

Der Audit­bericht mit seiner aus­führ­lichen Zusammen­fassung und Dar­stellung aller Energie­flüsse und den damit verbundenen Kosten im Unter­nehmen beinhaltet detaillierte Maß­nahmen und Empfehlungen zur Durchführung von Energie­einsparungen.

Das große Unternehmen ist aber gesetzlich nicht verpflichtet, die im Zuge des Audits erar­beiteten Empfehlungen und Maßnahmen auch tatsächlich umzusetzen.

Der Gesetzes­geber geht vielmehr davon aus, dass das Unter­nehmen aufgrund von Amortisations­rechnungen, die im Zuge eines Energie­audits gemäß EN 16247 erstellt werden, frei­willig Energie­ein­sparungs­maß­nahmen durch­führen wird.

Das verpflich­tende, nach längstens vier Jahren abzu­haltende Folge­audit soll über­prüfen, ob und in welchem Ausmaß Energie­ein­sparungen durch­geführt wurden und welche Höhe an Energie­einsparungen tatsächlich einge­treten ist.

Die Monitoring­stelle hat den gesetz­lichen Auftrag, die Erfassung der Energie­ein­sparungen zu er­heben und das Ergeb­nis für ganz Österreich zu bilanzieren. Sie trägt auch die Verant­wortung gegen­über der EU. Die tatsäch­lichen Ein­sparungen summiert tragen zur Erreichung des Ver­pflichtung Österreichs zum „20-20-20 Ziel“ der EU (Energie­effizienz­richtlinie 2012/27/EU der Euro­päischen Union) bei.

Ein Energie­audit gemäß EN 16247 umfasst alle energie­ver­brauchenden Unter­nehmens­bereiche auf­ge­teilt auf Gebäude, Prozesse und Trans­port. Energie­ver­brauchende Teil­bereiche, wie z. B. ein Fuhr­park, dessen End­energie­ver­brauch unter 10% gemessen am Gesamt­end­energie­verbrauch liegt, kann optional aus dem Energie­audit ausgenommen werden. Alle übrigen end­energie­ver­brauchenden Teil­bereiche im großen Unter­nehmen sind vom Energie­audit gemäß EN 16247 zu erfassen.

Der Energie­auditor muss für jeden Teil­bereich (Gebäude, Prozesse und Transport) qualifi­ziert und be­rechtigt sein, Energie­audits gemäß EN 16247 durch­führen zu dürfen, um gegenüber der Monitoring­stelle seiner gesetz­lichen Melde­pflicht stell­ver­tretend für das große Unter­nehmen nach­kommen zu können.

Zur Durch­führung eines gesetzes­konformen Energie­audits gemäß EN 16247 sind aus­schließlich qualifi­zierte Energie­auditoren be­rechtigt. Diese müssen bei der Monitoring­stelle ge­­meldet und ge­­listet sein.

Unsere Leistungen

Die ARGE ENERGIEAUDIT © besitzt die Qualifikation für die Durchführung jedes der drei beinhalteten Teilbereiche des Energieaudits gemäß EN 16247 – siehe auch News.

  • Quick-Check des Energieeinsparpotenzials
  • Externe Energieaudits gemäß ÖNORM EN 16247
  • Übernahme der Meldung und Kontaktaufnahme mit der nationalen Monitoringstelle
  • Definition von sinnvollen Maßnahmen und deren wirtschaftliche Bewertung
  • Energiemonitoring
  • Coaching/Begleitung bzw. Planung/Bauüberwachung bei der Umsetzung von Maßnahmen
  • Schulung der unternehmensinternen Mitarbeiter
  • Begleitung von Förderansuchen im Zusammenhang mit umzusetzenden Maßnahmen
  • Synergieeffekte mit Gebäudebewertungssystemen (wie EU Green Building, klimaaktiv, TQB/ÖGNB, ÖGNI,..)

Unser Honorar

  • Quick-Check ab € 500,00 je Auditbereich
  • Honorar für das Energieaudit in Abhängigkeit von Größe und Aufwand individuell zu vereinbaren